«Um die Jungen zu erreichen, sind Social Media ein Muss»

suissetec lanciert demnächst eine eigene App für Smartphones. Kannst du dazu etwas verraten?
Die App baut auf ein bestehendes Tool namens Beekeeper auf und wird im Herbst live gehen. Sie soll uns helfen, den Gebäudetechniker-Puls noch besser zu spüren und breiter nach aussen zu kommunizieren. Mit den herkömmlichen Mitteln erreichten wir bisher pro Mitgliedsbetrieb nur wenige, meist sogar bloss einen einzigen Ansprechpartner. Tiefer zu weiteren Mitarbeitenden gelangten wir nicht. Wir wollen mit der App also auch den Installateur und den Lernenden erreichen, ihnen zeitnah Brancheninformationen übermitteln und in den Dialog treten. App-Nutzer können unkompliziert kurze Rückmeldungen schreiben oder an Umfragen eilnehmen, Inhalte kommentieren und liken. Es werden verschiedene Inhaltskategorien bereitstehen, nebst berufsspezifischen etwa auch solche zu Arbeitssicherheit oder Weiterbildungsthemen.

Papier verliert auch bei suissetec an Popularität?
Für die schnelle Kommunikation kommt man heute um die Onlinetools nicht mehr herum. Sie bieten auch mehr Flexibilität. Natürlich gibt es aber auch weiterhin Bereiche, in welchen Printprodukte einen hohen Stellenwert haben. Wie zum Beispiel das suissetec Magazin
(schmunzelt).

Was rätst du Mitgliedsbetrieben für ihre Online- und Social-Media-Präsenz?
Eine aktuelle Website sollte sich heute von selbst verstehen. Wird die Firma im Netz nicht gefunden, ist das Spiel eigentlich schon gelaufen und der User klickt auf den Konkurrenten. Eine taugliche eigene Homepage ist keine Zauberei mehr. Es existieren viele einfach zu bedienende Baukastenlösungen, zum Beispiel direkt beim Internetprovider. Ein ansprechender Auftritt ist damit schnell und kostengünstig erstellt.

Und wie sieht es bei den Social-Media- Plattformen aus?
Hier liegt der Fall etwas anders, denn diese brauchen einiges an Ressourcen. Nur ein Social-Media-Profil zu eröffnen, ohne es aktiv zu bewirtschaften, ist nutzlos. Dann verzichtet man besser darauf. Findet der Follower nicht laufend neue Inhalte, verliert er schnell das Interesse. Dann lieber die Energie in eine tadellose Website investieren.

Kommt hinzu, dass Social-Media- Kanäle auch negativen Kommentaren Raum bieten.
Ein kritischer Kommentar ist einfach und schnell geschrieben, sein Schaden oft sehr gross. Und die Erfahrung zeigt, dass viel eher negative Feedbacks abgegeben werden, als dass jemand eine Firma online lobt. Gerade auf die negativen Beiträge muss man aber zwingend eingehen. Und das kann aufwendig werden.

Wie reagiert man auf einen negativen Post?
Wichtig ist, dass man den Dialog sucht und falls man einen Fehler begangen hat, auch zu diesem steht. Darauf nicht zu reagieren, richtet viel mehr Schaden an, als etwa einem verärgerten Kunden eine konstruktive Lösung anzubieten. Unbeantwortete Kommentare rufen oft weitere Unzufriedene auf den Plan und schon hat man einen Shitstorm.

An wen wendet sich ein Betrieb, wenn er Unterstützung in diesen Disziplinen braucht?
Man beauftragt zum Beispiel eine versierte Agentur, was aber mit entsprechenden Kosten verbunden ist. Alternativ kann man die Inhalte von suissetec jederzeit auf den eigenen Kanälen teilen. So muss man sich nicht um die Erstellung des Contents kümmern. Wir platzieren mehrmals pro Woche neue Posts, die unsere Mitglieder teilen oder reposten und zu ihren eigenen Inhalten hinzufügen können. Damit ist für Betrieb auf den Kanälen gesorgt.