«Um die Jungen zu erreichen, sind Social Media ein Muss»

Posts, Content, Apps, Follower: Helena Montag ist im Element, wenn sie über diese Begriffe spricht, über die Onlinewelt, die sie zum Beruf gemacht hat – heute als Social-Media-Managerin und Projektleiterin Kommunikation bei suissetec. Diese Welt, in der kurz, schnell und direkt kommuniziert wird und die sich dynamisch verändert, müsse man kennen, betont die Bernerin im Interview. Umso mehr, wenn man den Nachwuchs ansprechen wolle.

"Um die Jungen zu erreichen, sind Social Media ein Muss"
«Nur ein Social- Media-Profil zu eröffnen, ohne es zu bewirtschaften, ist nutzlos. Dann verzichtet man besser darauf.» Helena Montag (Foto: Patrick Lüthy)

Helena, wann brauchst du persönlich noch Papier?
Höchstens bei Haftnotizen … Sonst kaum mehr. Zu Hause habe ich nicht einmal einen Drucker. Bücher lese ich auf dem E-Reader. Mein Leben und mein Job funktionieren weitgehend online, also ohne Papier.

Vor suissetec warst du bei einem Chocolatier in Luzern tätig – ein markanter Branchenwechsel …
Das sind tatsächlich zwei verschiedene Welten. Ich kam von einer sinnlichen Luxusmarke zur handwerklichen, bodenständigen Gebäudetechnik. Doch Kommunikation braucht immer emotionale Elemente und die finden sich in jedem Metier. Die Schweizermeisterschaften zu erleben, war zum Beispiel hochemotional. Berufsbildung lebt auch von Gefühlen. Das wurde dort deutlich spürbar. Solche Events bieten eine Fülle von Geschichten, mit denen wir unsere Kanäle bespielen.

Waren die Schweizermeisterschaften ein Highlight in deinem ersten suissetec Jahr?
Durchaus. Dort habe ich auch erstmals live erlebt, was unsere Berufsleute genau machen. Vom Büro aus ist es schwer zu erfahren, wie der Alltag eines Heizungsinstallateurs oder Spenglers wirklich aussieht. Die Atmosphäre und der Berufsstolz der jungen Menschen haben mich beeindruckt und auch, wie sie diesen am Wettkampf vertreten haben.

Die Betreuung der Social Media sind ein grosser Teil deiner Arbeit. Wie ist ihr Stellenwert im Kommunikationsmix?
Um die Jungen zu erreichen, ist die Präsenz auf diesen Kanälen ein Muss. Die Teenager sind heute alle topfit im Umgang mit Snapchat oder Instagram, unabhängig von ihrer Herkunft, ihren Interessen oder ihrem Bildungsniveau.

Bitte beschreibe deine Arbeit als Social-Media-Managerin etwas näher.
Ich bewirtschafte die Social-Media-Kanäle des Verbandes. Wir bereiten Inhalte auf, platzieren Posts und kümmern uns um die Nachbereitung, wie die Analyse, mit der wir schauen, welche Inhalte gut und welche weniger ankommen. Beim Community Management geht es darum, auf Kommentare und Nachrichten zu antworten, aber auch über den suissetec Gartenhag hinauszuschauen und zu beobachten, wie andere Verbände agieren. Zudem liken und kommentieren wir auch interessante Beiträge auf Kanälen von Mitgliedern.

Das machst du alles allein?
Wir arbeiten eng mit Agenturen zusammen, denn die Themen sind sehr breit gefächert. Wir bedienen von Facebook, wo sich eher die älteren Erwachsenen bewegen, über Instagram bis zu Snapchat, auf deren Plattformen sich eher die 14- bis 20-Jährigen tummeln. Da spielen eine andere Ansprache und unterschiedliche Inhalte eine Rolle. Deshalb braucht es spezifische Kenntnisse, um die Kanäle zu bedienen. Die Agenturen helfen uns mit ihrer Erfahrung und sind bei den Trends immer auf dem neusten Stand. Wir suchen dann die Berührungspunkte zur Gebäudetechnik und gestalten den passenden Content.