Ein Macher, der auch machen lässt

In «Wädi» ist die Kägi & Co so verankert wie der Ruderverein, mit dem Claudio Kägi 2001 im Achter an die Junioren-WM fahren durfte. Der sportliche 36-Jährige führt die Heizungs- und Sanitärfirma in dritter Generation.

Zum Energietanken kommt Claudio Kägi gern an den Seeuferweg zwischen Wädenswil und Richterswil. Foto: Patrick Lüthy

Vielleicht waren es Erfahrungen wie der meditative Ruderschlag auf dem Zürichsee oder die Eltern, die trotz eigener Firma immer Zeit für Tochter und Sohn hatten, die Claudio Kägi zu einer offenen und positiven Persönlichkeit machten. Zu einem, der wusste, dass er nicht von heute auf morgen alles umkrempeln darf, wenn er im Betrieb, der dieses Jahr 100-jährig wird, das Ruder übernimmt. Nebst Firma engagiert er sich als Vorstand der suissetec Sektion Zürichsee-Schwyz-Glarus, in der Paritätischen Kommission oder in der Fachgruppe PR des Zentralverbands.

Innovationsgeist und Kundennähe

Claudio Kägis Grossvater Emil, der 1920 mit 28 Jahren das Installationsgeschäft gegründet hatte, war ein Tüftler. Er erfand Auftauapparate, Expansionsgefässe, Heizkesselunterteiler und – seine bedeutendste Erfindung – das isolierte Kupferrohr VADINA. Nach seinem Tod übernahmen 1959 die Söhne Hans und Adrian das Unternehmen und führten es in die Neuzeit. Heute zählt die Firma 15 Mitarbeitende.

Die Kägi & Co ist auf Servicearbeiten, Sanierungen und Umbauten spezialisiert. Dort werde die Kundennähe immer wichtiger: «In der Umgebung betreuen wir viele Familien seit Jahrzehnten. » Und wer mit der Siphonreparatur glücklich gewesen sei, saniere dann auch Bad oder Heizung mit Kägi & Co, so der Geschäftsleiter.

Mit Besonnenheit in die Zukunft

Bevor Claudio Kägi 2009 in die Firma einstieg, hatte er «auswärts» Sanitärinstallateur und darauf Heizungsplaner gelernt. Später bildete er sich in Unternehmensführung weiter und absolvierte in Zürich die Technikerschule (HF). Anfangs noch von Vater Hans begleitet, übernahm er immer mehr Verantwortung. Und respektierte, dass er Handwerkern mit 30- jähriger Erfahrung, die ihn schon als «Chindsgischüler» kannten, den Job nicht mehr erklären musste. Er lässt Freiheiten, schätzt selbständiges Arbeiten, aber ist immer da, wenn es ihn braucht. Neuerungen führt Kägi behutsam ein: So rapportieren die Servicemonteure seit kurzem per Tablet-PC. Für die Nachhaltigkeit wurde das Firmendach mit einer Solaranlage ausgestattet und zu seinen Terminen fährt er mit einem Plug-in-Hybriden.