Der Preis entscheidet keinesfalls bei Asbest!

Böse Überraschung zum richtigen Zeitpunkt

Am Abend vor der Auftragserteilung erzählt Felix einem Kollegen vom Vorhaben: «Aber ihr holt schon eine Konkurrenzofferte ein?», fragt dieser vorneweg. Felix beschwichtigt ihn, er glaube nicht, jemand Günstigeren als Heinz zu finden. Dennoch beschliesst das Paar, einen weiteren Unternehmer für ein Angebot einzuladen. Im Internet stossen sie auf die suissetec Website und dort auf eine den Referenzen nach kompetente Firma. Die Baumgartners treffen sich also mit Reto Müller, Gebäudetechnikplaner beim eingeladenen Konkurrenzbetrieb.

«Wann sagten Sie, wurde das Haus gebaut?», will dieser schon bald wissen und betrachtet stirnrunzelnd die hellgrünen Plattenbeläge und den Kunststoffboden in Badezimmer und Gäste- WC. «Warum? Ist das wichtig?», fragt Felix zurück und beobachtet irritiert, wie Müller in Meiers Angebot blättert, als suchte er eine bestimmte Position. «Nun ja», erklärt er, «es wurde in einer Zeit gebaut, als man in Hausinstallationen noch asbesthaltige Stoffe einsetzte. In Klebern von Platten, in Kunststoffbodenbelägen oder in Heizkesselisolationen und anderen Komponenten im Haus besteht leider das Risiko, dass der gesundheitsschädigende Stoff enthalten ist.» – «Und was heisst das nun für uns?» fragt Regula. Sie klingt besorgt. Müller entgegnet ohne zu zögern: «Für dieses Gebäude empfehle ich auf jeden Fall, zuerst eine Expertise der fraglichen Positionen machen zu lassen.» – «Und wenn man dann etwas findet?», fragt Felix. Er ist sichtlich genervt. «Dann müssen wir sicherstellen, dass die Handwerker und später auch Sie selbst als Bewohner vor den schädlichen Asbestfasern geschützt sind. Eine fachgerechte Asbestsanierung mit Entsorgung ist also unumgänglich. Für diese Arbeiten gibt es spezialisierte Firmen. Ich koordiniere das gerne für Sie», führt der Planer ruhig, aber bestimmt die nötigen Massnahmen aus.

Betretenes Schweigen. Die Baumgartners sind geschockt. Alles lief so gut – und jetzt die böse Überraschung.