Der Preis entscheidet keinesfalls bei Asbest!

Ein eigenes Haus, endlich! Auf  einmal rückt Regula und Felix Baumgartners Wunschtraum in greifbare Nähe. Regulas alleinstehende Tante ist kürzlich gestorben und hat ihrer Nichte ihr Eigenheim vermacht. Es stammt aus dem Jahr 1982 und ist  sanierungsbedürftig. Am dringendsten sind die Nasszellen, und  auch die Heizung ist nicht mehrzu gebrauchen. Doch wie sollten sie es anpacken? «Fragen wir mal den Heinz», schlägt Felix vor, «der ist doch Sanitär.»

Heinz Meier ist ein alter Bekannter von Felix’ Vater mit eigenem kleinem Sanitär- und Heizungsgeschäft. «Ich mach das schon», versichert er sofort. Die Baumgartners wollen auf einen Baumeister oder einen Architekten verzichten, ihr Budget ist beschränkt. Heinz ist zwar nicht mehr der Jüngste und Innovativste, dafür hofft man auf einen «Familienrabatt». Heinz kommt zur Objektbegehung, nimmt kurz die Masse und bespricht mit den Bauherren die Wünsche: Bad und Gäste-WC sollen komplett erneuert werden. Also gilt es, zuerst die Nasszellen zurückzubauen sowie Wandbeläge und Kunststoffböden zu entfernen. Zudem braucht es einen neuen Heizkessel. Das Herausspitzen und Entsorgen des alten Materials finden die Baumgartners nicht so interessant. Da verlassen sie sich auf Heinz, der schon wissen wird, wie man das macht. Sie konzentrierten sich lieber auf die Wahl von neuen Armaturen, Spiegeln, Handtuchhaltern und Plattenbelägen, an denen sie sich in ihren vier Wänden bald erfreuen wollen. Schon wenige Tage später halten sie die Offerte in den Händen. Der Preis «stimmt». Auch die Demontagen und das Herausspitzen der alten Oberflächen sind pauschal zu fairen Konditionen aufgeführt, wie sie finden. Die Entsorgung erwähnt Heinz nicht einmal.

«Es gilt, eine Vertrauensbasis zu schaffen, bei der die Kostendiskussion zugunsten der Sicherheit in den Hintergrund rückt.»